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Bärlauch - nicht zu überriechen

Sammelfreuden mit Vorsicht

Der Bärlauch, dieses gesunde und vielseitige Kraut, schiesst als Frühlingsbote in leicht feuchten Waldpartien aus dem Boden und verbreitet seinen unverwechselbaren Geruch nach Knoblauch. Obschon die Blätter auch auf dem Markt erhältlich sind, ist selber Sammeln natürlich ein spezielles, sinnliches Frühlingserlebnis. Nicht zu verwechseln ist der Bärlauch dabei mit den ähnlich aussehenden, hoch giftigen Blättern der Herbstzeitlosen und des Maiglöckchens! Wichtigster Unterschied: Bärlauch riecht nach Zerreiben der Blätter eindeutig nach Knoblauch, das Maiglöckchen und die Herbstzeitlose nicht.
Treten innert weniger Stunden nach dem vermeintlichen Bärlauchverzehr Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auf, kann es sich um eine Vergiftung handeln. Hier kann das Tox-Zentrum - Tel. 145 - weiterhelfen.

Heilendes Kraut

Seinen Namen verdankt der Bärlauch den alten Germanen. Der Bär - so glaubte man - verleihe seine Kraft und Fruchtbarkeit auch bestimmten Pflanzen, durch deren Verzehr sich der Mensch Bärenkräfte einverleiben könne.
"Wohl kein Kraut der Erde ist so wirksam zur Reinigung von Magen, Gedärmen und Blut wie der Bärlauch“, lobte auch Kräuterpfarrer Johann Künzle das vitamin- und mineralstoffreiche Grünzeug. Die Wirkstoffe des Bärlauchs beeinflussen vor allem die Drüsen des Magen-Darm-Traktes und begünstigen den Gallenfluss. Der Konsum von Bärlauch – in welcher Form auch immer – beschleunigt die Entgiftung des Körpers. Ebenso wird dem Bärlauch eine kräftigende, cholesterinspiegel-  sowie blutdrucksenkende Wirkung nachgesagt.

Bärlauch in der Küche

Die Heilpflanze lässt sich auch in der Küche vielseitig verwenden. Freilich ist der intensive Knoblauch-Geschmack nicht jedermanns Sache; wer ihn aber liebt, kann die Saison kaum erwarten und legt sich mit Pesto, eingemachten Bärlauch-Knospen und ähnlichen Köstlichkeiten einen Vorrat für bärlauchlose Jahreszeiten an. Dank seinem kräftigen Geschmack eignet sich das kostbare Grün hervorragend als Gewürz für Suppen, Saucen, Salate, zum Marinieren von Fleisch, als Zutat für Gemüse- und Fischgerichte, pikante Gebäcke usw.
Unzählige Rezepte gibt es auf www.baerlauch.net oder – nebst andern Wildkräuter-Rezepten – im neuen Buch «Wald und Wiese auf dem Teller» von Gisula Tscharner.
Und falls Sie neugierig sind, was ich selbst mit dem frisch gepflückten Bärlauch anstelle, schauen Sie in meine Küche, und lassen Sie sich von Geissenpeter's Bärlauch-Risotto inspirieren.